Nicht der Schnee, sondern jahrelange Untätigkeit legt Schulen lahm

Hannover, 12. Januar 2026

„Wenn im Jahr 2026 der Schulunterricht ausfällt und mit ihm gleich auch jeder verlässliche digitale Ersatz, dann ist das kein Wetterproblem mehr, sondern ein bildungspolitischer Offenbarungseid“, erklärt der Landesvorsitzende der Jungen Liberalen Niedersachsen, Joris Stietenroth. „Dass tausende Schülerinnen und Schüler bei Schnee schlicht aus dem Bildungssystem fallen, zeigt in brutaler Klarheit: Niedersachsen hat bis heute kein funktionierendes digitales Rückgrat für seine Schulen.“

Besonders schwer wiegt für Stietenroth der Blick zurück: „Wir hatten mit Corona die größte Bildungskrise der Nachkriegszeit – einen historischen Weckruf. Doch statt Konsequenzen zu ziehen, hat die Landespolitik kollektiv auf Schlummern gedrückt.“ Weder unter einem roten Kultusminister bis 2022 noch unter der grünen Amtsnachfolgerin Julia Willie Hamburg habe sich strukturell etwas verändert. „Dass eine rechtliche Grundlage für verpflichtenden Fernunterricht erst 2026 entsteht, spricht Bände über die geringe Innovationskraft und den fehlenden Gestaltungswillen in diesem Politikfeld.“ Das Ergebnis sei messbar: „Niedersachsen ist im IQB-Bildungstrend auf Platz 14 abgestürzt. Wer sich darüber wundert, hat in den letzten Jahren nicht hingeschaut.“

Wie realitätsfern die Landesregierung agiere, zeige ein Blick außerhalb des Klassenzimmers: „Ein mittelständischer Maschinenbauer in der Provinz organisiert Schichtpläne, Meetings und internationale Kundentermine längst selbstverständlich digital – selbst bei Schneesturm. Aber für unsere Schulen soll genau das unzumutbar sein?“ Das sei absurd und entlarvend zugleich. „Wenn private Betriebe digitaler arbeiten als unser Bildungssystem, dann läuft etwas fundamental falsch. Ein moderner Bildungsstandort ist keine Kür, sondern Grundvoraussetzung für Aufstieg, Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit. Wer das nicht begreift, sabotiert aus dem Kultusministerium weiter die Zukunftsperspektiven einer ganzen Generation.“

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Paul Lanwer

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Student der Politikwissenschaften

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