Am vergangenen Wochenende versammelten sich rund 150 Delegierte zum 89. Landeskongress der Jungen Liberalen Niedersachsen im PS.Speicher in Einbeck. Der Kongress stand unter dem Motto „Revolution statt Resignation“, ein bewusst gewählter Kontrast zur politischen Großwetterlage. Während in Hannover und Berlin mit bemerkenswerter Detailverliebtheit darüber diskutiert wird, wie man in das Leben junger Menschen reinregiert. Von Social-Media-Sperren über neue Wehrpflichtmodelle bis hin zu kulturpessimistischen Debatten über die Leistungsbereitschaft der Gen Z, bleiben die tiefsitzenden strukturellen Verwerfungen unseres Landes auffällig unberührt. Das wirtschaftliche Fundament der sozialen Marktwirtschaft gerät ins Rutschen, die sozialen Sicherungssysteme steuern im Angesicht des demografischen Wandels auf massive Verteilungs- und Generationenkonflikte zu.
Die Jungen Liberalen Niedersachsen stellten dem eine klare Haltung entgegen: Statt Resignation brauche es radikale Reformbereitschaft im besten Sinne und ein erneuertes Aufstiegsversprechen für die junge Generation. Mit 96,6 Prozent der Stimmen wurde Landesvorsitzender Joris Stietenroth (Hannover) im Amt und in dieser Vision bestätigt. In seiner Rede betonte er den Anspruch, Niedersachsen zum neuen Land der Chancen zu machen: „Du hast Lust, hier an Atomstrom ohne Atommüll zu forschen? Herzlich Willkommen in Niedersachsen. Du willst aus Osnabrück das nächste Silicon Valley machen? Herzlich Willkommen in Niedersachsen. Du willst in Hannover-Linden die nächste Oscar-Nominierung drehen? Herzlich Willkommen in Niedersachsen. Du hast der Realität endgültig den Rücken gekehrt und willst in Braunschweig einen Champions-League-Club aufbauen? Denk vielleicht nochmal drüber nach, aber herzlich Willkommen in Niedersachsen. Du bist Schüler und willst endlich Mitspracherecht an deiner Schule, um den Bolzplatz, den Aufenthaltsraum oder die Bibliothek zu bekommen? Herzlich Willkommen in Niedersachsen.“
In einem pointiert geführten Podiumsgespräch nahmen die Delegierten zudem den Kandidaten für den Landesvorsitz der FDP Niedersachsen, Gero Hocker, kritisch in den Blick, der sich am kommenden Wochenende dem Landesparteitag stellen wird. Die FDP-Jugend machte dabei deutlich, dass sie die Partei wieder als unübersehbare Kraft des politischen Fortschritts und Optimismus, die sich ohne Wenn und Aber in der politischen Mitte positioniert, sehen will. Entsprechend hinterfragten sie, ob ein personeller Wechsel allein ausreicht, wenn prägende Verantwortungsträger der vergangenen Jahre weiterhin maßgeblich die Richtung bestimmen. Mit einem breiten eigenen Kandidatenangebot kündigten sie an, auf dem Parteitag Verantwortung zu übernehmen und den Anspruch auf Erneuerung für eine erfolgreiche Kommunal- und Landtagswahl sichtbar zu machen.
Vervollständigt wird der neue Vorstand rund um Joris Stietenroth von den stellvertretenden Vorsitzenden Paul Lanwer (Cloppenburg), Iwan Krivov (Göttingen), Mila Lüdtke (Celle) und Lukas Kleene (Osnabrück). Als Beisitzer komplettieren Justus Nörthemann (Hannover), Laura Schmidt (Hannover), Tim Heckeroth (Hildesheim), Fynn Sodemann (Hannover), Max Tolle (Northeim) und Michel Baylor (Osnabrück) den Landesvorstand.
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